

Am Donnerstag 23.04.2009 um 12:00 machten sich unser RLF und der Last 2 der Berufsfeuerwehr in Richtung Wiener Neustadt auf den Weg.
Der MTF und der KDO2 der Berufsfeuerwehr folgten noch am gleichen Tag. Insgesamt waren 17 Mitglieder der FF Mühlau beim heurigen Ausbildungswochenende mit dem Schwerpunkt Schallortung dabei.
Nach der 515 km langen Fahrt trafen abends alle wohlbehalten im Tritolwerk ein, wo wir von OStWm Martin Trimmel sehr freundlich begrüßt wurden, und unsere Unterkunft bezogen.
Das rund 36 Hektar große Areal ist seit 1993 Ausbildungsort für ABC-Abwehrspezialisten und Katastrophenhilfe-Einheiten des Österreichischen Bundesheeres. Es wird aber auch von Blaulicht- und Rettungshundeorganisationen sowie von internationalen Einrichtungen für Übungen genutzt.

Unter Anderem wurde das Erkennen der bereits aus dem Theorie-Unterricht bekannten Einsturz- und Trümmerformen in der Praxis geübt, sowie das Abarbeiten der 5-Phasentechnik besprochen.

Zeitgleich fanden in der ca. 15m tiefen Zisterne verschiedene Abseilübungen statt. Die Handhabung unserer Personensicherungs-Ausrüstung konnte dadurch intensiv beübt werden.

Nach der Mittagspause ging es abwechselnd zu zwei unterschiedlichen Übungsstationen: Bei der ersten Station beschäftigen wir uns mit dem Thema „Bewegen schwerer Lasten“. Es ging darum, nahezu alle unsere Möglichkeiten auszuschöpfen, um verschüttete Personen von Trümmern zu befreien. Eingesetzt wurden Spreizer, Winde, Hubrettungszylinder, Hebekissen, Stockwinde usw.

An der zweiten Station wurde das Schallorten und die Handhabung der Trümmerkamera geübt. Vor allem wurde auf die richtige Taktik wertgelegt. Unumgänglich ist die Abstimmung der Geräte vor der Ortung. Die Geräte sollen so eingestellt werden, dass ein leises Streichen mit dem Finger, ein sehr gut hörbares Geräusch erzeugt.
Wichtig ist die systematische Vorgehensweise an der Schadenstelle bei der erst nach der sogen. Dreiecksmethode vorgegangen wird, bevor es zur Feinortung und damit zur genauen Lokalisierung der Verschütteten kommt.


Noch am gleichen Nachmittag bekamen wir eine Unterweisung im Umgang mit Suchhunden. Der Präsident des Österreichischen Rettungshunde Verbands - Hermann Kranz - demonstrierte uns in beeindruckender Weise das Vorgehen mit Suchhunden an der Schadenstelle.

Es sollte immer erst ein Hund die Schadenstelle durchforschen. Nachdem dieser einen Verschütteten angezeigt hat, wird ein zweiter Hund die Ortung des ersten Hundes bestätigen. Hunde zeigen den Verschütteten immer dort an, wo der Geruch am stärksten ist und dies kann je nach Lage der Trümmer vom tatsächlichen Aufenthaltsort des Verschütteten abweichenn
Daher sollte nach dem Einsatz der Hunde durch die Technische Schallortung – der Verschüttete noch genauer lokalisiert werden und letztendlich durch die Sichtverbindung über die Suchkamera bestätigt werden.
Um 19:00 ging es zum Abendessen. Unser Peter versorgte uns über das ganze Wochenende bestens.

Ab 20:30 fand eine Nachteinsatzübung
statt: Annahme: Einfamilienhaus nach Gasexplosion eingestürzt 3 Vermisste Personen unter Trümmer. Erst wurde die Schadstelle ordentlich beleuchtet. Eingesetzt wurden RLF Lichtmast, 2 Strahler auf Stativ und der Lighttower. Der Lighttower bewies wieder einmal, dass diese Art der Beleuchtung gerade auf Trümmern bestens funktioniert. Der Ortungstrupp erkundete die Trümmer erst mit der Wärmebildkamera und führte mit dem Gasspürgerät eine Ex-Messung durch. Währenddessen wurde der Geräteablageplatz eingerichtet. Das Mitführen von zwei Klapptischen hat sich dafür bestens bewährt.




Mit den Schallortungsgeräten und der Trümmersuchkamera konnten dann nach kurzer Zeit zwei vermisste Personen genau lokalisiert
werden. Die Erste Person konnte nach dem Durchbruch durch einen angrenzenden Schacht unter Einsatz unserer Personensicherung gerettet werden. Erstmals konnten wir auch unsere neuen Lastanker einsetzen.



Die zweite Person musste erst von einigen Trümmerteilen befreit werden. Wir nahmen eine Unterschenkelverletzung an, deshalb wurde die Bergung mit der Schaufeltrage vorgenommen. Dafür musste eine bestehende Öffnung in einer Betonplatte dementsprechend vergrößert werden.
Die dritte Person musste durch Schallortung genau lokalisiert werden. Dabei war ein gutes Zusammenspiel zwischen Ortungstrupp und Rettungstrupps erforderlich, da für die Schallortung absolute Ruhe Voraussetzung ist. Dennoch konnte auch diese Person schnell lokalisiert und gerettet werden.
Alle Beteiligten brachten auch nach einem so anstrengenden Tag immer noch viel Energie und Arbeitsbereitschaft für diese Übung auf. Um ca. 22.00 konnten wir die Übung beenden.
Am Samstag 25.04. ging es zu einer fortgeschritteneren Höhensicherungs-Übung.
Es wurde das Abseilen mit Korbtrage von einem Silo geübt.
Die restliche Mannschaft übte wiederum die Schallortung und das richtige Bedienen der Trümmersuchkamera.



Es wurde zuerst der Geräteablageplatz eingerichtet.
Unser Schallortungscontainer bewährte sich in Kombination mit dem Last.



Nach der Geräteabstimmung ging es sofort zur Ortung.
„Ruhe für die Ortung“ lautete das Kommando über Megaphon. Somit wurden alle anderen Tätigkeiten an der Schadenstelle kurzfristig eingestellt. Nach dem Kommando „Aus“ durfte wieder weiter gearbeitet werden. Zeitgleich untersuchte der Kameratrupp die Schadenstelle. Nach der Durchforschung durch den Ortungs-Trupp konnten 3 Personen lokalisiert werden. Um den Zugang zu einem der Verschütteten zu erlangen, wurden mit der RLF-Winde verschiedenste Trümmerteile entfernt. Weiters musste ein Zugang durch eine Betonplatte hergestellt werden. Um der Schallortung noch weitere Übungszeit zu verschaffen wurde noch eine vierte Person versteckt. Diese konnte nach erfolgreicher Ortung und der anschließenden Beseitigung von einigen Holzteilen ebenso gerettet werden.





Am Sonntag 26.04. machten wir uns zeitig auf die Heimreise. Ein erfolgreiches Übungswochenende mit viel Lehrinhalt und Kameradschaft ging zu Ende.
Mein herzlicher Dank gilt:
dem Kommando der Berufsfeuerwehr Innsbruck für die Fahrzeuge Last 2, MTF 1, KDO2,
dem Bezirksfeuerwehrverband Innsbruck Stadt und Landesfeuerwehrverband Tirol für die finanzielle Unterstützung,
dem Kommando der ABC Abwehrschule für die freundliche Genehmigung,
OStWm Martin Trimmel für die außerordentliche Gastfreundschaft im Tritolwerk,
Herman Kranz vom Österreichischen Rettungshundeverband für die beeindruckende Vorführung,
Christopher Sailer und Stefan Gutmann für die Unterstützung bei der Ausbildung,
Peter Winterle für die gute Verpflegung während der vier Tage,
Kdt. Albert Pfeifhofer für die gute Unterstützung bei der Organisation,
allen Beteiligten der FF-Mühlau für die fleißige und kameradschaftliche Mitarbeit.
02.05.09 Klaus Weingartner KDT Stv.
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