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Ein Höhepunkt in der Ausbildung der FF Mühlau ist unser Aufenthalt im Tritolwerk - einem Katastrophenhilfe-Übungsplatz des Österreichischen Bundesheeres in Eggendorf bei Wiener Neustadt.

Hier schlägt das Herz eines jeden Feuerwehrkameraden höher: Das Tritolwerk ist ein rund 36 ha großes Übungsgelände mit jeder Menge Übungsmöglichkeiten.
 
 
 
Tag 1: Anreise
 
Zeitig um 07:00 Uhr brachen wir am 18.05.2011 mit RLF-Mühlau, MTF-Mühlau, MTF und Last2 der Berufsfeuerwehr Richtung Wiener Neustadt auf. Im Gepäck war zusätzlich zur RLF-Bestückung unsere gesamte Ausrüstung für die Technische Ortung von Verschütteten inkl. "Lighttower", Material zum Bewegen von Trümmerteilen, die Höhensicherungsausrüstung und ein Leuchtballon mit Aggregat.
 
 
Die Anreise gestaltete sich entgegen bisheriger Erfahrungen äusserst kurz. Bereits um 15.30 trafen alle Fahrzeuge im Tritolwerk ein und die Mannschaft konnte die Unterkünfte für die nächsten 3 Übernachtungen beziehen. 
 
Nach der vorgeschriebenen Sicherheitsbelehrung durch Vzlt. Coslop improvisierten wir um die verfrühte Anreise auszunutzen, eine Atemschutzübung und eine RLF Maschinistenübung. Zwei Atemschutztrupps stellten sich den Herausforderungen der dort vorhandenen Übungsstrecke. Weiters wurde mit dem RLF das richtige Bedienen von Winde, Hubzug und Hebekissen geübt.
 
 
Bildergalerie Tag 1:
20110518Tritol1_01
 
 
Tag 2: Stationsbetrieb und Nachtübung
Der 19.05. war ein anstrengender Tag: Je 3 Stunden auf 3 Stationen und zusätzlich eine Nachtübung standen auf dem Programm.
An der ersten Station wurde die Handhabung der Höhensicherungsausrüstung umfangreich geschult. Insbesondere wurde das Abseilen und die Personenrettung aus der Tiefe geübt.
 
 
An der Station 2 wurde die Schallortung von Verschütteten ebenso intensiv geübt, wie die Bedienung unserer Hohlraumkamera. Äußerst interessant wurde es, als in den Kopfhörern der Ortungsgeräte plötzlich 2 verschiedene Klopfzeichen zu vernehmen waren. Mehr als ein Signal gleichzeitig zu Orten machte die Sache gleich etwas anspruchsvoller.
 
Das "Bewegen schwerer Lasten" war Thema an der 3. Station. Nach einer erfolgreichen Ortung wird eine verschüttete Person natürlich auch gerettet. Dazu müssen meist Trümmerteile vorsichtig bewegt werden, um an die verschüttete Person zu gelangen.
 
Um das an den Stationen erlernte Wissen gleich in die Tat umzusetzen fand nach der Abendpause ab 21:00 eine Nachtübung statt. Ein PKW war unter Trümmern eingekeilt und die darin befindliche Übungspuppe musste befreit werden.
 
Eine weitere vermisste Person wurde durch Schallortung erfolgreich geortet und nach Beseitigung eines Trümmerteils durch den Höhensicherungstrupp aus ca. 5m Tiefe gerettet.
Um 22:30 war Übungsende und damit ein umfangreicher, interessanter aber auch anstrengender Ausbildungstag vorbei.
 
Bildergalerie Tag 2:
20110519Tritol2_01
 
Tag 3: Stationsbetrieb und Abschlussübung
 
Auch am Freitag ging es zeitig um 08:00 zur Ausbildung: OSTWM Hans Leiner, ein erfahrener Mann vom ABC-Abwehrzug des Österreichischen Bundesheeres, gab unseren Chargen eine Einführung in das richtige Erkunden von Schadstellen. Zeitgleich wurde die Mannschaft von Mitgliedern der ÖRK Hundestaffel Burgenland im richtigen Umgang mit Rettungshunden unterwiesen.
 
Anschließend wurde auf zwei weiteren Stationen das Retten von Personen aus Vertrümmerungen und die Kombination von Biologischer und Technischer Ortung, also Einsatz von Trümmersuchhunden in Kombination mit Schallortung / Suchkamera, unterrichtet.
 
 
Nach der Mittagspause um 15.00 begann die Abschlussübung:
Wir nahmen an, dass ein Bürogebäude nach einer Gasexplosion teilweise eingestürzt war. Als Folge der Explosion brannte es im Keller des Gebäudes. Mehrere Personen waren vermisst.
Nachdem weitere Gefahren ausgeschlossen wurden, begann die Brandbekämpfung im Keller durch einen Atemschutztrupp. Zwei Personen mussten durch die Höhensicherungsgruppe gerettet werden. Eine Person wurde von der Rettungshundestaffel des ÖRK Burgenland aufgespürt und gerettet. Eine weitere Person konnte mittels Suchhunde, Schallortung und Suchkamera unter den Trümmern geortet und anschließend gerettet werden.
Alle Teilnehmer konnten das in den letzten drei Tagen erlernte Wissen erfolgreich in die Tat umsetzen.
Nach anschließender Übungs-Nachbesprechung mit allen Teilnehmern folgte der gemütliche kameradschaftliche Ausklang in Form eines Grillabends.
 
Bildergalerie Tag 3:
20110520Tritol3_01
 
Bildergalerie Abschlussübung:
20110520Tritol4_01  
 
 
Tag 4: Heimreise
Am Samstag 21.05.2011 traten wir zeitig um 09:00 die über 500 km lange Heimreise an, und mit der Ankunft in der Feuerwache Mühlau um 16:00 und anschließenden Reinigungsarbeiten bzw. Rückgabe der Fahrzeuge konnten wir um ca. 18:00 unseren diesjährigen Übungsaufenthalt im Tritolwerk erfolgreich beenden.
 
 
Für das Gelingen möchte ich mich insbesondere bedanken bei:
Vzlt Coslop und Ostwm Trimmel für die Gastfreundschaft im Tritolwerk,
Ostwm Hans Leiner für seine tatkräftige Unterstützung als Gastreferent,
ÖRK Hundestaffel Burgenland für die interessanten Vorführungen und Teilnahme bei der Abschlussübung,
ÖRK LV Tirol für die geliehene Ausrüstung,
Raimund Eberharter von der Pfarre Mühlau für das geliehene Zelt, welches uns als Sonnenschutz diente,
Berufsfeuerwehr Innsbruck für die zur Verfügung gestellten Fahrzeuge MTF und LAST2, sowie zusätzliche Ausrüstung,
Peter Gutsche, welcher als unser Koch auf die Ausbildung verzichtete um uns während des Aufenthalts ordentlich zu verpflegen,
den Kameraden Christopher Sailer, Stefan Gutmann, Alex Pfeifhofer, Riccy Berger, welche sich aktiv als Ausbilder betätigten,
 
den Mitgliedern der FF Mühlau für die fleißige, disziplinierte und kameradschaftliche Teilnahme an der Ausbildung.
 
 
 
Bericht: Klaus Weingartner
Fotos: Romed Berger, Riccy Berger, Malte Dancker, Dennis Mayr
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20.04.2012 18:27

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